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Fernreisen
Junge Chinesen reisen zunehmend individueller
11.01.2012 13:31
Junge, wohlhabende und technikorientierte Chinesen reisen nicht mehr in der Gruppe, wie das bei chinesischen Urlaubern bislang typisch war. Laut dem ITB World Travel Trends Report befindet sich das Reiseverhalten der Chinesen in einem enormen Wandel. Die internationale Reiseindustrie muss sich demnach mit speziellen Serviceleistungen auf die neuen chinesischen Touristen einstellen.
Die Reiseindustrie sollte sich auf die Wünsche und Bedürfnisse der chinesischen Reisenden einstellen. Nicht nur chinesisch sprechendes Personal, auch Audioguides in Museen sorgen dafür, dass sich Touristen willkommen fühlen. Weitere Annehmlichkeiten wie Wasserkocher auf dem Zimmer für Zwischenmahlzeiten oder chinesische Speisen im Hotelrestaurant werden von vielen als Wertschätzung ihrer Kultur gewertet.
Auch beim Online-Auftritt sollten touristische Anbieter die Ansprüche und landestypischen Gewohnheiten von Chinesen berücksichtigen. Statt einer reinen Übersetzung der eigenen Inhalte, sind spezielle marktrelevante Informationen gefragt. Besonders wichtig ist die Verlinkung zu chinesischen Suchmaschinen wie Baidu. Webseiten sollten in China gehostet sein, um auf mögliche Zensureingriffe schnell zu reagieren.
Zudem sollten sie keine Links zu in China verbotenen Netzwerken wie Facebook oder YouTube enthalten. Stattdessen nutzen Chinesen andere soziale Netzwerke, die berücksichtigt werden müssen. Denn Rücksichtnahme auf kulturellen Besonderheiten wird von Chinesen mit Respekt gleichgesetzt, während eine nicht auf ihre Bedürfnisse angepasste Website oft mit einer schlechten Reiseerfahrung wahrgenommen wird.
Noch zieht es die jungen Menschen aus China nicht weit weg: "Bevorzugte Länder oder Regionen für chinesische Individualreisende sind Nachbarländer wie Korea, Thailand, Japan, Malaysia, Taiwan", sagt Barbara Postel, Beraterin bei IPK International Tourism Consulting Group. Unterschätzen sollte die Reiseindustrie die Urlaubslust der Chinesen nicht. Die United Nations World Tourism Organization rechnet damit, dass 2011 rund 66 Millionen Chinesen ins Ausland gereist sind.
Dieser Wert entspräche einer Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der wirtschaftliche Aufschwung treibt die Reiselust der Chinesen maßgeblich an. Gerade junge Berufstätige mit sehr guter Ausbildung profitieren vom Wirtschaftsboom und leisten sich internationale Reisen mit Erlebnis-Charakter. Statt möglichst preisgünstiger Gruppentouren ist hohe Servicequalität und Individualität gefragt.
Möglichst viele Sehenswürdigkeiten zu besuchen, spielt zwar immer noch eine wichtige Rolle auf den Reisen, Faktoren wie Erholung und Unterhaltung rücken allerdings auf der Wunschliste nach oben. Shoppen gehört bei vielen nach wie vor zu den Lieblingsbeschäftigungen, wenn sie im Ausland unterwegs sind. Ein Indiz dafür sind auch die durchschnittlichen Ausgaben pro Besuch, die im zweistelligen Bereich liegen.(pte)
Quelle:
Autor: CB
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